Schadstoffarme Einrichtung für Allergiker: Polster, Lacke, Klebstoffe
Wer als Allergiker ein Zimmer neu einrichtet, merkt schnell, dass nicht nur der sichtbare Staub zählt. Viele Beschwerden entstehen durch flüchtige organische Verbindungen, die aus Polstern, Lacken und Klebstoffen über Wochen ausdünsten. Diese Substanzen reizen Schleimhäute und Atemwege, oft ohne dass ein eindeutiger Geruch darauf hinweist. Entscheidend ist deshalb die Auswahl der Materialien und die Frage, wie lange sie vor dem Einzug auslüften konnten. Ein neues Sofa oder ein Regal sollte man nicht am Tag der Lieferung ins Schlafzimmer stellen, sondern zunächst in einem gut belüfteten Raum zwischenlagern.
Bei Polstermöbeln lohnt der Blick auf das Innenleben. Standardmäßige Polyurethan-Schäume können Isocyanate und andere Reststoffe enthalten, die langsam entweichen. Besser geeignet sind Polster mit dem Blauen Engel oder dem Zertifikat GOLS für Naturlatex. Bezüge aus Baumwolle, Leinen oder Wolle ohne fluorhaltige Imprägnierung sind unproblematischer als Mikrofaser, die oft mit Lösungsmitteln behandelt wird. Wer wissen will, wie sich Materialien im Alltag verhalten und warum manche Möbel noch Monate nach dem Kauf riechen, findet in dem Beitrag darüber, wenn neue Möbel riechen, nützliche Hintergründe zur Klimaregulierung in Regalen und geschlossenen Möbeln.
Lacke und Lasuren sind eine zweite große Quelle. Lösungsmittelbasierte Produkte geben aromatische Kohlenwasserstoffe ab, die bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen und Augenbrennen auslösen können. Wasserbasierte Lacke auf Acryl- oder Alkydbasis sind deutlich besser, benötigen aber ebenfalls eine Trocknungszeit von mehreren Tagen. Klebstoffe in Spanplatten, Furnieren und Teppichen enthalten häufig Formaldehyd. Platten mit dem Kennzeichen E1 oder besser E0 sowie Kleber auf Dispersionsbasis reduzieren die Belastung erheblich. Wer selbst klebt, sollte auf lösungsmittelfreie Produkte achten und den Raum während der Verarbeitung und danach konsequent lüften.
Ein realistischer Zeitplan hilft mehr als jede einzelne Maßnahme. Neue Möbel mindestens zwei Wochen in einem separaten, gut durchlüfteten Raum stehen lassen, bevor sie ins Schlafzimmer kommen. Räume während der ersten Wochen mehrmals täglich für zehn bis fünfzehn Minuten stoßlüften, auch im Winter. Ein Luftreiniger mit Aktivkohlefilter kann die Belastung senken, ersetzt aber das Lüften nicht. Wer empfindlich reagiert, sollte außerdem auf Teppiche mit Naturfasern und auf Wandfarben ohne Konservierungsstoffe umsteigen. So lässt sich die Schadstofflast im Innenraum deutlich senken, ohne auf Komfort zu verzichten.