Schadstoffarm renovieren: Materialien für gesunde Raumluft
Wer renoviert, denkt meist an Farbe, Form und Funktion. Dass die gewählten Materialien die Raumluft über Jahre hinweg beeinflussen, wird dabei oft übersehen. Viele konventionelle Baustoffe enthalten flüchtige organische Verbindungen, Weichmacher oder Formaldehyd, die kontinuierlich an die Innenraumluft abgegeben werden. Besonders in schlecht gelüfteten Räumen sammeln sich diese Stoffe an und können Kopfschmerzen, Reizungen der Atemwege oder Müdigkeit verursachen. Wer empfindlich reagiert oder einfach vorausschauend plant, sollte deshalb schon bei der Materialauswahl ansetzen und Produkte bevorzugen, die nachweislich emissionsarm sind.
Bei Wänden und Decken lohnt sich der Griff zu mineralischen Farben und Putzen. Kalk-, Lehm- und Silikatfarben sind lösemittelfrei, diffusionsoffen und regulieren die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise. Sie binden Feuchtigkeit bei hoher Raumluftfeuchte und geben sie bei trockener Luft wieder ab. Lehmputze wirken zusätzlich temperaturausgleichend und filtern Staub. Auch bei Klebstoffen, Dichtmassen und Grundierungen gilt: Auf wasserbasierte, lösemittelfreie Produkte achten und auf das Emicode-Siegel oder den Blauen Engel schauen. Wer diese Grundsätze beherzigt, reduziert die Schadstofflast im Raum erheblich, ohne auf Gestaltungsspielraum zu verzichten.
Für Böden und Wandverkleidungen bieten sich Naturmaterialien an, die entweder unbehandelt bleiben oder mit natürlichen Ölen und Wachsen versiegelt werden. Kork gehört zu den vielseitigsten Optionen, denn er ist elastisch, wärmedämmend und gibt kaum Schadstoffe ab. Ein besonders spannender Ansatz sind luftreinigende Korkschichten, die Schadstoffe aus der Raumluft absorbieren und das Raumklima dauerhaft verbessern können. Wer sich für Massivholzdielen, Linoleum oder Naturstein entscheidet, sollte auf schadstofffreie Verlegematerialien und eine saubere Verarbeitung achten, damit die gute Bilanz nicht durch Kleber oder Versiegelungen zunichtegemacht wird.
Nach dem Einbau hilft konsequentes Lüften, Restemissionen auszutragen. Stoßlüften mehrmals täglich ist wirksamer als gekippte Fenster über Stunden. In den ersten Wochen nach der Renovierung können zusätzlich luftreinigende Pflanzen wie Efeu, Bogenhanf oder Aloe vera die Raumluft verbessern. Wer auf schadstoffarme Materialien setzt, spart sich später teure Nachbesserungen und lebt in einem Zuhause, das nicht nur optisch überzeugt, sondern auch der Gesundheit dient.