Kreidefarbe auf Sperrholz und Furnier richtig anwenden
Kreidefarbe ist ein beliebtes Medium für Möbelmakeover, doch auf Sperrholz und Furnier verzeiht sie weniger Fehler als auf Massivholz. Die offene Porenstruktur und die dünne Edelholzschicht reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, weshalb eine sorgfältige Vorbehandlung entscheidend ist. Zunächst wird die Oberfläche mit einem Schleifvlies der Körnung 180 bis 240 leicht angeschliffen, um den vorhandenen Lack oder die Versiegelung zu öffnen. Staub muss anschließend gründlich entfernt werden, am besten mit einem feuchten Mikrofasertuch und einem Staubsauger mit Bürstenaufsatz. Bei Furnier ist Vorsicht geboten: Zu starkes Schleifen durchbricht die dünne Deckschicht und legt den Trägerwerkstoff frei. Nach dem Schleifen folgt eine Grundierung, die als Haftbrücke dient und ein Aufquellen der Holzfasern verhindert. Dafür eignet sich eine lösemittelarme Sperrgrundierung oder ein spezieller Kreidefarben-Primer. Diese wird dünn mit einer Schaumstoffrolle aufgetragen und trocknet je nach Produkt zwei bis vier Stunden.
Nach dem Trocknen der Grundierung kann die Kreidefarbe gestrichen werden. Auf Sperrholz und Furnier empfiehlt sich ein Auftrag in zwei bis drei dünnen Schichten, wobei zwischen den Gängen jeweils vier bis sechs Stunden gewartet werden sollte. Zu dicke Schichten führen zu Rissen und einem ungleichmäßigen Oberflächenbild. Die Farbe wird mit einer Kurzflorrolle oder einem hochwertigen Pinsel aufgetragen, wobei in eine Richtung gearbeitet wird, um Pinselspuren zu minimieren. Wer ein besonders glattes Finish wünscht, kann die getrocknete Oberfläche zwischen den Schichten mit einem Schleifvlies der Körnung 400 leicht anschleifen. Ein praktisches Beispiel für die Anwendung auf Furnier zeigt der Nachttisch aus IKEA TROTTEN, bei dem die Kreidefarbe nach einer intensiven Grundierung aufgetragen wurde. Wichtig ist, dass die Farbe vollständig durchtrocknet, bevor die Versiegelung erfolgt – je nach Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit dauert das 24 bis 48 Stunden.
Die Versiegelung schützt die Kreidefarbe vor Abrieb, Feuchtigkeit und Fingerabdrücken. Auf Sperrholz und Furnier haben sich wasserbasierte Klarlacke oder spezielle Kreidefarben-Versiegelungen bewährt. Diese werden ebenfalls dünn mit einer Schaumstoffrolle aufgetragen, idealerweise in zwei Schichten mit einer Trocknungszeit von jeweils zwei bis drei Stunden. Ein Wachs als Versiegelung ist nur für stark beanspruchte Flächen geeignet, da es regelmäßig nachgearbeitet werden muss. Nach der endgültigen Trocknung – mindestens 24 Stunden – kann das Möbelstück vorsichtig belastet werden. Bei stark frequentierten Oberflächen wie Tischplatten oder Regalen empfiehlt sich eine zusätzliche Schicht Klarlack. Wer diese Schritte einhält, erhält eine langlebige, matte Oberfläche, die auch auf dünnem Furnier zuverlässig hält.