Upcycling von Hartplastik: Regalböden aus recyceltem HDPE
HDPE, also hochdichtes Polyethylen, landet meist in Verpackungen, Kanistern oder Flaschen. Nach der Sammlung wird es geschreddert, gewaschen und zu Platten gepresst. Diese Platten haben eine Dichte von etwa 0,94 bis 0,97 g/cm³ und eine Zugfestigkeit, die je nach Verarbeitung zwischen 20 und 30 MPa liegt. Zum Vergleich: Spanplatten erreichen oft nur 10 bis 15 MPa. Ein Regalboden aus recyceltem HDPE ist damit nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch mechanisch belastbarer als viele Standardlösungen aus Holzwerkstoffen.
Wer sich mit recyceltem Kunststoff im Möbelbau beschäftigt, stößt schnell auf die Frage der Befestigung. HDPE lässt sich schlecht kleben, aber gut schrauben und nieten. Für Regalböden empfiehlt sich eine Unterkonstruktion aus Aluminium oder Stahl, auf die die Platten aufgeschraubt werden. Die Platten selbst können mit der Oberfräse bearbeitet werden, Kanten lassen sich fräsen oder mit der Heißluftpistole verschmelzen. Wichtig ist, dass die Platten nicht punktuell überlastet werden, sondern flächig aufliegen. Bei einer Stärke von 15 Millimetern trägt ein 80 Zentimeter breiter Boden problemlos 40 Kilogramm, ohne sich sichtbar zu verformen.
Ein weiterer Vorteil: HDPE nimmt kein Wasser auf. In Feuchträumen, Garagen oder Werkstätten ist das ein entscheidender Punkt. Schimmel oder Quellen sind ausgeschlossen. Die Reinigung ist einfach, weil die Oberfläche geschlossen ist. Kratzer lassen sich abschleifen oder mit einem Heißluftfön glätten. Farblich ist man nicht auf Schwarz oder Natur beschränkt, denn HDPE lässt sich beim Recycling einfärben. So entstehen Regalböden, die sowohl funktional als auch optisch ansprechend sind. Wer selbst baut, sollte auf eine ausreichende Anzahl von Befestigungspunkten achten und die Platten vor dem Verschrauben vorbohren, um Spannungsrisse zu vermeiden.